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Story#Jack und Eve#Part 1

1
USA, Alaska, Yakutat

Irgendwo in der Nähe heulten Wölfe, Jack hob den Kopf und blickte Sehnsüchtig aus dem Fenster. Er wäre gerne mit ihnen gelaufen aber seit wieder einmal ein Forscherteam das Rudel fast 24 Stunden beobachtete, blieb ihm nichts anderes übrig als zu Hause zu bleiben. Er könnte einen Bogen um sie machen, ja, aber die Wölfe kannten ihn und würden ihn auch aus etlichen Meilen entfernung wittern können. Unwillkürlich musste Jack lächeln. Er war gern bei den Wölfen und war fast ein bisschen Stolz darauf, dass sie ihm so willig folgten. Eve war darüber kein bisschen glücklich, sie war der Meinung, dass das Rudel für Aufsehen sorgte und Aufsehen war genau das was sie zu vermeiden versuchten. Bis jetzt hatte das auch immer gut geklappt, aber Eve fand das Jack zu unvorsichtig handelte. „Vergiss es, Jack! Du kannst nicht zu ihnen.“ ermahnte sie ihn jetzt, wie so oft, als sie den Raum betrat. Vor fast zwei Jahren hatte Eve den Entschluss gefasst, New York zu verlassen und weit weg zu gehen. Dafür hatte sie sich eine Karte von Amerika genommen, sich die Augen zugehalten und war mit ihrem Finger auf Yakutat gelandet, einem stillen, abgeschiedenen Ort in Alaska. Jack wusste, dass sie nicht zufällig Yakutat gewählt hatte. Sie hatte ihren Wahl schon gesehen und wollte nur mal wieder ihre Fähigkeit unter Beweis stellen. Er selbst wollte eigentlich in New York bleiben, Eve zu liebe ging er aber auch. „Jack? Hallo, Jack?“. Eve weddelte mit der Hand vor seinem Gesicht. Er schaute zu ihr hoch und verkniff sich ein Grinsen als er erfuhr, was sie vorhatte. „Bedenke bitte, dass sie um ihre Anzahl wissen. Es sind keine Kaninnchen, denen egal ist ob ein oder zwei von ihnen fehlen!“. Aber natürlich hatte Eve ihr Vorhaben genau geplant und natürlich war Jack genauso begierig darauf. Eve wusste das und knuffte ihn spielerisch in die Seite. Jack war mit einem Satz bei der Tür, drehte sich um und schaute sie fragend an. „Morgen schon?“. Sie nickte und Jack konnte sich fast nicht mehr auf den Beinen halten vor Aufregung, weshalb er als nächstes wie von der Tarantel gestochen durch das kleine Haus rannte. Eigentlich hätte ihn die Unvorsichtigkeit seiner Schwester misstrauisch werden lassen müssen, doch sie hatten seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr richtig gejagt. Das letzte mal, an das er sich erinnerte, sind sie durch die dunklen Gassen von Queens geschlichen, auf der Suche nach Ratten, Tauben und dem ein oder anderen Obdachlosen um diese zu erlegen. Damals haben sie noch in einer Gruppe gejagt, angeführt von ihrem Pflege-Vater Harrison, der schon seit über 20 Jahren erfolgreich in New York und Umgebung jagt auf kleinere Wesen machte. Traurigkeit durch schwemmte Jack und die Aufregung verschwand. Er ließ sich auf sein Bett fallen. Seit Eve und er wegzogen, hatten sie keinen Kontakt mehr zu ihrer ehemaligen Familie gehabt, etwa was Jack noch nicht so richtig verkraftete. Eve kam in sein Zimmer und ließ sich neben ihn nieder, legte ihren Kopf auf seine Schulter, sagte aber nichts. Sie wusste wie er sich fühlte und das sie nicht viel dagegen tun konnte. Jack war schon immer sehr emotional gewesen, auch wenn er der ältere war. Seite an Seite blieben sie aneinander gekuschelt liegen, Jack fing an mit einer von Eves dunkelbraunen Stränen zu spielen und sie unterhielten sich, wie früher, in Gedanken und erinnerten sich an vergangene Zeiten.
Eve schreckte hoch. Wie spät war es? Ein Blick auf die Uhr sagte ihr 04:32. Neben ihr schlief Jack tief und fest. Eve warf mit einem lächeln im Gesicht einen letzten Blick auf ihn, bevor sie sich von ihm löste und ins Bad huschte. Bei einer kalten Dusche konnte sie besser nachdenken. Sie hatte gehofft hier bleiben zu können, besonders da sie sah, wie glücklich Jack mit den Wölfen war. Doch die wieder kehrenden Forscher machten ihr sorgen. Das letzte mal hatten diese ihr kleines Haus recht schnell gefunden und Jack hatte sich, trotz ihrer Manungen, mit ihnen angefreundet. Wahrscheinlich waren es die selben Forscher, denn sie sagten wieder kommen zu wollen. Immernoch grübelnt drehte Eve das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Wenn das so war, waren sie beide nicht mehr geschützt und müssten weiter ziehen, sich ein neues zu Hause suchen. Sie war sich zu 99% sicher, dass dieser Fall eintreten würde. Aus diesem Grund hatte sie Jack auch angeboten jagen zu gehen. Er würde die Nachricht, dass sie gehen mussten, nicht gut heißen, würde aber verstehen, dass sie Recht hatte, die Jagd war quasi das Abschiedsgeschenk an Jack, aber auch an Yakutat. Eve ging in die Küche, machte den Kühlschrank auf, nahm sich eine der Konserven, denn etwas bessere bekamen sie hier draußen nur selten, und ließ sich das angenehm kühle Blut in den Mund laufen.
20.7.14 17:38
 
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